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Nachruf auf Jochen Kreyssig

Am 2. Januar 2020 verstarb Jochen Volker Kreyssig.

Kreyssig Niemöller
Jochen Kreyssig (re.) mit Dr. Heinz Niemöller bei der EEB

Am 21. Februar 2020 hat eine große Gemeinde von Familienmitgliedern, Freunden und Weggefährten in Hohenferchesar Abschied genommen von Jochen Kreyssig.

Jochen Kreyssig, geb. am 2. Juli 1929, wuchs als Sohn des Bauern, Richters und Kirchenmannes Lothar Kreyssig auf dem Bauernhof in Hohenferchesar in Brandenburg auf. Seine Kindheit war geprägt durch ein entbehrungsreiches Leben auf dem Hof, die Wirren des Krieges und einen strengen und zugleich talentierten musischen Vater, der sich selbst und seinen Kindern viel abverlangte. Seine vielleicht prägendste Zeit verbrachte er in der Internatsschule Schulpforta, wo er Freunde fürs Leben fand.

Jochen Kreyssig hat in den letzten Jahrzehnten unermüdlich das Erbe seines Vaters lebendig gehalten. Nicht nur mit der EEB hat er bei einem herausragenden Zeitzeugenforum gemeinsam mit dem Sohn von Pfarrer Martin Niemöller lebendig viel Persönliches von seinem Vater erzählt. In zahlreichen Veranstaltungen quer durch die EKM tat er dieses ebenso und konnte so die Erinnerung an einen Mann wach halten, der als einziger Richter Hitler für die Ermordung Behinderter anzeigte. Sein Leben auf dem Hof widmete Lothar Kreyssig bereits damals der nachhaltigen Landwirtschaft und versteckte zudem jüdische Mitbürger, deren Leben dadurch gerettet werden konnte. Im Jahr 2018 konnte Jochen Kreyssig in einer ergreifenden Feierstunde in der Berliner Synagoge die Yad Vashem-Ehrung als "Gerechte unter den Völkern" posthum für seine Eltern entgegen nehmen. Auf Kreyssig gehen auch viele gesamtdeutsche kirchliche Einrichtungen und Ideen zurück. Er gründete die Evangelische Akademie der Kirchenprovinz Sachsen und regte die Telefonseelsorge an.

Bekannt wurde Lothar Kreyssig jedoch besonders durch seinen Aufruf für die Hungernden kurz nach Kriegsende und durch die Gründung der Aktion Sühnezeichen 1958. Das Bemühen um Versöhnung stand für ihn während seines kirchlichen Engagements als Präses der Synode in Magdeburg an vorderster Stelle. Davon zeugen, auch äußerlich sichtbar, eine nach ihm benannte Straße zwischen dem Ev. Dom und der Kath. St. Sebastians Kathedrale, dem Lothar-Kreyssig-Haus in der Leibnizstraße und dem Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrum, denn gelebte Ökumene lag ihm am Herzen.
Jochen Kreyssig wird uns mit seinem Humor und Witz, seinen blumigen Erzählungen und seiner ansteckenden Lebendigkeit, immer die Geige unter dem Arm, in Erinnerung bleiben. Das Vermächtnis des Lothar Kreyssig müssen wir nun weitertragen.



 

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